Warum ich die sogennanten Pre-Pilates-Übungen so liebe!

Die Atmung als Grundlage spüren, das Üben dadurch effektiver und entspannter zu gestalten. Entspannt die Kraft der Mitte finden. Den Körper geniessen.

Vor ungefähr 2 Monaten rutschte ich im Saunabereich eines hiesigen Wellnesstempels aus und legte mich so richtig schön auf die Nase. Eine ziemlich schmerzhafte und nachhaltige Erfahrung kann ich Euch sagen! Das Steißbein geprellt, die Oberschenkelrückseite rechts gezerrt und damit einhergehend geriet mein restlicher Körper ziemlich aus der Balance.

Nach einem ersten Schreck beschloss ich ganz tief zurück in die Basis zu gehen, in die sogenannten Pre-Pilates-Übungen. Es gibt einige Serien die „meine“ Pilatatistas/os seit Jahren kennen und die ich immer scherzhaft „Zähneputzen für den unteren Rumpf“ nenne.

Warum? Nun, ja – jeder Mensch verbringt einen gewisse Zeit des Tages mit der Körperhygiene, alles andere wäre in unserer Zivilgesellschaft schwierig, oder? Sich jedoch um das Wohlbefinden eine Schicht tiefer zu kümmern,tja, da fallen uns immer viele Ausreden ein.

Wenige Übungen am Tag, in Ruhe und Sorgfalt ausgeführt, können jedoch schon viel zu einer besseren Lebensqualität beitragen. Auch hier gilt wieder einmal die Devise „Qualität vor Quantität“ ! Sich täglich 5 Minuten Zeit zu nehmen und bewußt ein paar Übungen auszuführen, mehr braucht es oft nicht!

Die letzen Monate bin ich wieder in diese einfach anmutenden und doch so in die Tiefe gehenden Übungen eingetaucht und bin dankbar dieses Wissen abrufen zu können, mir selbst helfen zu können.

Warum ich die sogennanten Pre-Pilates-Übungen so liebe!

Hier einige kurze Übungsbeispiele:

1.)Rückenlage, Füße hüftbreit aufgestellt (Darmbeinstachel, Knie, 2-3 Zeh auf einer Linie), Hände unterhalb des Bauchnabels, oberhalb des Schambeins. Durch die Nase ein und durch den Mund ausatmen. Die Ausatmung immer weiter verlängern, so lange ausatmen bis die Einatmung automatisch erfolgt. Dabei spüren wie und wo der Körper aufliegt, entspannten, sich vom Boden tragen lassen. Falls zu viele Gedanken durch Euren Kopf wirbeln, die Atmung zählen. Ein=1, Aus=2, Ein=3, usw…..Die Atembewegung ganz bewußt wahrnehmen, spüren wo die Atmung überall landet und was sie alles in Bewegung setzt im Körper.

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2.))Hände seitlich auf die Rippen legen – in die Hände und in die hinteren, unteren Rippen atmen. Die Bewegung der Rippen spüren, das Zwerchfell visualisieren (mit der Einatmung dehnt es sich in den Bauchraum hinein aus, mit der Ausatmung zieht es nach oben in den Brustkorb hinein). Die Atmung, die Bewegung des Zwerchfells/der Rippen einfach passieren lassen und nichts forcieren.

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3.)Die Hände auf die Lungenspitzen legen – den oberen Raum der Lungen auch mit Luft füllen, spüren wie weit oben die Lungenspitzen liegen, spüren wie die obersten Rippen/Schlüsselbeine sich bewegen.

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4.)Eine Hand mittig auf das Brustbein legen, die andere Hand auf den Unterbauch – einfach spüren was passiert, wie der Körper atmet und wie sich diese 3 gerade geöffneten Atemräume verbinden, spüren wie mit der Ausatmung ganz von selbst die Bauchmuskulatur in Gang kommt.

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5.)Fingerspitzen auf die Darmbeinstachel legen und gegen Ende der Ausatmung, wenn die Bauchmuskulatur sich automatisch „eingeschaltet“ hat, ein Bein zur Seite öffnen – das Becken bleibt dabei ganz ruhig. Ein schöner Test um zu schauen ob ich mit der Atmung im Zentrum angekommen bin.

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Die Atmung ist das 1. was wir in dieser Existenz machen und das letzte was wir tun – zwischendurch, also in unserem gesamten Leben, schenken wir Ihr wenig Aufmerksamkeit, warum eigentlich?

Ich glaube dafür haben wir doch alle ab und an Zeit, oder? Die Atmung bewußt wahrzunehmen und zu spüren wie sie unsere (alltäglichen) Bewegungen unterstützt und die Atmung als ein wundervolles Geschenk wertzuschätzen. 

Die ersten Tage nach meiner Verletzung konnte ich nicht viel mehr als diese kleine Folge üben und bin im nachhinein sehr dankbar dafür. Es war ein Geschenk tief wahrzunehmen und zu spüren wie mein Körper in der Tiefe funktioniert und wie er auf „Störungen“ von außen reagiert. Es macht demütig wenn Selbstverständlichkeiten auf einmal nicht mehr funktionieren und gleichzeitig war es eine spannende Erfahrung Lösungsansätze an mir selbst zu entwickeln. Die Basis dieser Zeit war immer wieder in die Konzentration auf die Atmung und damit korrespondierenden kleinen, feinen Bewegungen zu gehen! So zum Beispiel:

6.)Rückenlage, Beine hüftbreit parallel (sie Oben) Fingerspitzen auf den Darmbeinstacheln – bewußte Atmung als Grundlage – gegen Ende der Ausatmung das Gewicht auf die Fersen übertragen, während der gesamte Rumpf ruhig und entspannt liegen bleibt. Bewußt wahrnehmen wie und welche Muskeln im Zentrum „anspringen“ um das Becken ruhig zu halten.

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7.)Ausgangsposition wie 6. – Gewicht gegen Ende der Ausatmnung auf die Vorderfüße übertragen. Bewußt wahrnehmen -auch im Vergleich zu 6. wie und welche Muskeln im Zentrum arbeiten.

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8.)Ausgangsposition wie 7. – Gegen Ende der Ausatmung Gewicht einer Fußsohle in die Matte übertragen und die anderen Fußsohle einen Hauch von der Matte lösen (so das ein Blatt Papier drunter passt, nicht mehr!)

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Die Übungen 6., 7. und 8. waren durch den Sturz, bei ehrlicher Ausführung, schon eine Herausforderung für mich! Eine spannende Erfahrung zu spüren, wie es vielen Einsteiger am Anfang ihrer Pilates-Karriere gehen mag.

Seit Jahren lande ich immer wieder bei dieser wirklich sehr einfach anmutenden kleinen Serie! Probiert es einfach mal aus – ich bin sicher, es wird Euch gut tun.

 

Ich wünsche uns allen eine weitere sonnige Spätsommerwoche!

Herzlichst

Bettina

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